Versagt ein Bauteil im Gebrauch als Folge ausschließlich mechanischer Beanspruchung, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Bauteil über die aufgrund der Bauteilauslegung festgelegte zulässige Belastungsgrenze hinaus beansprucht wurde beziehungsweise, dass es nicht dem bestimmungsgemäßem Gebrauch ausgesetzt war, das heißt, dass eine Überbeanspruchung vorlag.

 

Bild: Schäden durch mechanische Beanspruchung – Schadensphänomene, Schadensursachen und Nachweis der Schäden

Bauteilversagen infolge mechanischer Beanspruchung im unterkritischen Bereich hingegen ist ein Indiz dafür, dass die eigentliche Schadensursache nicht in der mechanischen Beanspruchung selbst, sondern in der Bauteilkonstruktion, der Werkstoffauswahl, der Verarbeitungsqualität oder in der Wirkung äußerer Einflüsse (Temperatur, Medien, Strahlung…) zu suchen ist. Die mechanische Beanspruchung bereits vorgeschädigter Bauteile ist dann letztendlich die Belastung, die zum endgültigen Bauteilversagen führt. Tritt zum Beispiel infolge medialer Beanspruchung eine Versprödung des Werkstoffes und eine damit gekoppelte Rissbildung auf, so führt eine zusätzliche mechanische Beanspruchung zur Öffnung der Rissflanken, einer damit verbundenen Rissausbreitung und schließlich zum Bruch, dem endgültigen Versagen des Bauteiles, das mit einer zum Verlust der Tragfähigkeit führenden Werkstofftrennung verbunden ist.

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